Herzlich Willkommen!

 

Es gibt Momente die unmittelbar in mir etwas auslösen – mein Sehen beeinflussen. Es sind starke Momente, Funkenschläge im Alltag, entfernt von konzeptuellen Gedankenbildern.

Diese Sekunden der Wahrnehmungen durchleben einen Prozess. Es ist ein Gefühl, als würde das Bild wachsen und reifen. Ich beginne direkt oder ich skizziere die Aufteilung, ihre Dynamik und lege Schwerpunkte fest.

Ich male figürlich. Das Motiv entsteht aus einem inneren Dialog von fühlen, empfinden, denken und hören. Ja, ich höre mein Bild. Und kämpfe mit ihm. Es klingt laut, leise, chaotisch-schnell, langsam, zart… . Flächen stützen eine zentrale Figur oder stehen in Spannung zu ihr. Sie sind schlicht oder bestehen aus Ornamenten. Hierfür benutze ich die Schönheit von Farbkompositionen und die detaillierte Ausarbeitung von Hintergründen und erzählenden Elementen.
Letztendlich dreht sich alles um die zentrale Figur, ihre Haltung, ihren Blick, auch, was sie in dem Betrachter auslösen könnte.

Im malenden Prozess treten die Bilder aus mir heraus, ich gebe sie frei.
Die Zusammenhänge, wieso warum weshalb, werden mir wie im echten Leben, klar – oft durch einem Blick über meine Schulter.

Zwei Arten zu sehen.

Meine Bilder der Reihe „Lebensklang“ sind realistisch: eine Person oder Situation. Ehrlich. Direkt. Intim. Und meist stehe ich zu ihnen in einer persönlichen Beziehung und erkenne Teile von mir in ihnen wieder. Die Themen sind zeitlos, wie Geburt, Tod und Liebe.
Die Reihe der „Gestalt-Tiere“ zeigt eindringliche und lebhafte Charaktere. Die Entscheidung einzelne Protagonisten als Tier darzustellen, macht ihre Existenz oder eventuell auch die genaue und vielleicht unschöne Betrachtung weicher und versöhnlicher oder ausufernd orgiastischer und bietet in jedem Fall einen humorvollen Gegenentwurf zu unserem manchmal tristen Alltag. Mag sein, dass es ein Blick auf unsere Welt ist, auch die hässlichen anstrengenden grotesken Momente in ein harmonisches Ganzes zu bringen.

Beide Stile haben eine gemeinsame Komponente – zentral für mein Werk stehen die Figuren miteinander im Kontakt – oder sind dem Schauenden zugewandt.


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Ein Quäntchen von der Wahrheit im Bild haben wir
vermutlich erfasst, wenn wir auf uns selbst stoßen.

Wolfgang Nußbaumer M.A. (Lebensklang, Ausstellung 2015 / Auszüge)